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Land unter in Heiligensee

Hgs, 31.01.2008, Die Rede ist vom Grundwasserspiegel. Am 22.01 ging eine Liste mit Namen von 25 Hausbesitzern denen das Grundwasser in den Keller drückt in der Redaktion ein. Es geht um Wasser, welches in unserer Region (Berlin) keine Mangelware ist, sondern förmlich aus dem Boden steigt. Heiligensee hat durch seine örtliche Lage schon immer mit diesem Problem zu kämpfen, doch in den letzten 20 Jahren wurde es immer bedrohlicher. Grundwasserabsenkungen werden nicht mehr vorgenommen, Flächenversiegelung und Abführung von Regenwasser der Strassen führen mehr und mehr zum Anstieg des Grundwassers in den tieferen Zonen Heiligensees. Das Schichtwasser (Wasserkonzentration im weniger stark verdichteten Erdreich oberhalb des Grundwassers) kann durch das um diese Jahreszeit hoch stehende Grundwasser nicht nach unten sickern. Bei lang anhaltenden Regenfällen oder Tauwetter nach einem weißen Winter kommt es nun immer häufiger vor das Grundwasser/Schichtwasser in die Keller der Häuser drückt.


Die Lage Heiligensees aus geografischer Sicht

Geografisch gesehen liegt Heiligensee am westlichen Auslauf des Barnimschen Höhenrücken vorgeschoben im damaligen Flachwasser des Berliner Urstromtals (Klick auf die Grafik). Eine Flach auslaufende Niederung mit leichtem Gefälle nach Westen, der heutigen Havel. Nach Messwerten liegt der Grundwasserflurabstand im Wohngebiet heute bei 0,3 Meter im Alten Dorf bis 5 Meter am S-Bhf Schulzendorf , bei einer Geländehöhe von 32 bis ca. 38m über normal Null. Der Wasserstand der Havel und Niederneuendorfer See liegt je nach Jahreszeit bei etwa 30-31m über normal Null. Heiligensee liegt sehr Flach und ist so zu sagen sehr nahe am Wasser gebaut. Von der einen Seite drückt die Havel Grundwasser in die Flur und von der anderen Seite fließt umgeleiteter Niederschlag in die bedrohten Zonen.


Drei Gründe die zu dieser folgenschweren Situation in Heiligensee führen


  Die Situation in 10 Bildern vom 29. Januar 2008


Nachgefragt !

Informationen zur Situation und zur Rechtslage in der Mitgliederzeitschrift des Haus- und Grundbesitzerverein Heiligensee.



Was kann man tun ?!

Die Schuld kann man niemanden geben, sie haben es ja alle in eigener Sache gut gemeint. Aber die Folgen für einige Zonen im Wohngebiet Heiligensee sind verheerend. Betrachtet man die Drei beschriebenen Situationen, lässt sich leicht erkennen wo Veränderungen zur Verbesserung der Situation möglich sind. Die Notwendigkeit der Sanierung der Schulzendorfer Strasse als auch das Problem mit dem Stadtverbrauch sind unveränderbare Schicksale. Möglich wäre aber ein Ausheben des Grabensystems auf einen Flurabstand von etwa 2,5m – 3m (ursprüngliche Tiefe bei der damaligen Maßnahme im Jahr 1933) um den Grundwasserdruck in der gefährdeten Zone zu entspannen. Zudem wäre eine Seitwärtsbewegung des Wassers im Graben gewährleistet und damit die Verteilung der fremd zugeführten Niederschlagsmengen auf das gesamte Grabensystem. Weiterhin kann, sofern das Wasser an der Oberfläche ist und mit der Luft in Verbindung kommt, über die gesamte Fläche des Grabensystems Grundwasser verdunsten. Es findet also nicht nur eine Austausch mit dem Boden statt, sondern auch mit der Luft und damit ein erhöhter Abgang von Wassermengen aus diesen Zonen.


...vom Bau der Gräben

Auszug der Zeitung "Nord-Berliner Tagespost von 1933"


Amt reagierte sofort

Nach Eingang vieler Meldungen über eindringendes Wasser in Kellern wurden sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet, und schon am Montag den 28. Januar 2008 begannen die Aushebungsarbeiten im westlichsten Bereich des Grabensystems. Nach Angabe der Arbeiter ist der Auftrag das gesamte Grabensystem 30 Zentimeter tief auszuheben. Damit ergibt sich ein Flurabstand von etwa 2,5m. Die mindesttiefe für eine effektive Grundwasserabsenkung. rb


Wie viele Keller stehen noch unter Wasser, haben betroffene eine Chance auf Entschädigung ?

Fragen & Antworten im Heiligensee-Online Forum >>>




Mehr Informationen zum Thema aus Zeitungsartikeln & Mediatheken


Grundwasseralarm - Berlin säuft ab !

Der Rundfunk-Berlin-Brandenburg berichtete am 05.05.2008 in der Sendung "Ozon".


Halb Heiligensee steht unter Wasser

Auszug aus der Zeitung "Der Nordberliner" vom 31.01.2008


Anwohner klagen über Grundwasser im Keller

"Berliner Morgenpost" Textarchiv - Artikel vom 13.02.2008


Berlin säuft ab - von unten

"Der Tagesspiegel" Textarchiv - Artikel vom 19.02.2008